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Selen und Krebs

Selen zur Vorbeugung von Krebs

Selen zur Vorbeugung von Krebs

60Ich habe gehört, dass Selen vor Krebs schützt. Stimmt das?
Hier weist die wissenschaftliche Datenlage klar auf einen positiven Effekt hin. In vielen klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass Menschen, die gut mit Selen versorgt sind, ein geringeres Krebsrisiko aufweisen als Menschen mit Selenmangel. So zeigen etwa große klinische Untersuchungen aus den 80er und 90er Jahren, dass das Risiko, an Krebs zu erkranken, bei schlechter Selenversorgung um das zwei- bis sechsfache ansteigt.

61Gibt es wissenschaftliche Belege dafür, dass Selen vor Krebs schützt?
Es gibt mittlerweile drei große klinische Studien, die belegen, dass Krebs seltener auftritt, wenn die Studienteilnehmer zusätzlich zur Nahrung Selen erhalten hatten. Die größte und aussagekräftigste dieser Studien, die so genannte Clark-Studie, zeigt, dass Patienten, die täglich eine Extraportion Selen bekommen, nach über sechs Jahren nur halb so häufig an Krebs verstorben waren wie Patienten, die ein Plazebo (das ist eine Tablette ohne Wirkstoff) erhalten hatten.

62Wie kann man sich die Schutzwirkung von Selen gegenüber Tumorerkrankungen erklären?
Selen beugt Krebs auf verschiedenen Ebenen vor: Zum einen stärkt das Spurenelement unser Immunsystem und hilft ihm beim Aufspüren und Eliminieren einzelner Krebszellen, bevor daraus eine echte Krebserkrankung werden kann. Zum anderen unterstützt Selen die körpereigenen antioxidativen Schutzsysteme. Seit kurzem wissen wir auch, dass Selen sogar bei der Reparatur bereits geschädigter Gene mitwirken und auch auf diese Weise das Krebsrisiko vermindern kann.

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63Ich habe gehört, dass Selen besonders gut vor Prostatakrebs schützt. Ist das richtig?
Ja, es scheint so zu sein. In der bereits erwähnten Clark-Studie stellte sich eine ausgeprägte Schutzwirkung des Spurenelementes gegenüber Prostatakrebs - die häufigste Krebsart beim Mann! - (bei den Studienteilnehmern, die Selen erhalten hatten, trat diese Krankheit zu 63 Prozent seltener auf als bei der Kontrollgruppe) wie auch gegenüber Darm- und Lungenkrebs heraus.

64Wieviel Selen muss ich täglich zu mir nehmen, damit ich optimal vor Krebs geschützt bin?
Hier gibt es noch stark differierende Auffassungen. Die bekannte britische Ernährungswissenschaftlerin und Selen-Expertin Margret Rayman empfiehlt, täglich etwa 80 bis 100 Mikrogramm Selen zu sich zu nehmen, amerikanische Selen-Spezialisten plädieren für 110 - 200 Mikrogramm Selen (bei dieser Dosis habe das Immunsystem die maximale Power beim Aufspüren und Zerstören entarteter Zellen).

65Kann ich diese Menge allein durch die Ernährung erreichen?
In unseren Breiten kaum. Selbst wenn Sie sich "selenbewusst" ernähren, also häufig Fleisch und Innereien verzehren (was ernährungsphysiologisch nicht unbedingt sinnvoll ist), sind Sie nicht unbedingt vor einem Selendefizit sicher. Zur Erinnerung: Wir Deutschen nehmen über die Nahrung tagtäglich nur etwa 35 Mikrogramm Selen auf.

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66Ich fühle mich gesund und möchte, dass es auch so bleibt. Soll ich zusätzlich zur Nahrung Selenprodukte einnehmen?
Viele Ärzte und Ernährungsexperten empfehlen das. Denn Sie wohnen nun einmal in Mitteleuropa und nicht in den USA oder in Kanada. Während Sie in den letztgenannten Ländern wohl keine Schwierigkeiten hätten, Ihre Selenversorgung via Nahrung sicherzustellen, ist dies bei uns eher schwierig.

67Welche Dosis soll ich wählen?
Zur Vorbeugung von Krebs und anderen chronischen Erkrankungen gilt heute die Faustregel: Nehmen Sie zusätzlich zur Nahrung täglich 50 - 100 Mikrogramm Selen (Natriumselenit) zu sich.

68Muss das Selen von meinem Arzt verschrieben werden oder kann ich es frei in der Apotheke kaufen?
Selenprodukte in Form von Natriumselenit sind auch ohne Rezept in der Apotheke erhältlich.

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